tbs berlin GmbH Unternehmensberatung

Qualitätsmanagement für Betriebs- und Personalräte

Explorative Studie belegt spürbare Verbesserungen der Gremienarbeit mit praxisgerecht angepassten Instrumenten des Qualitätsmanagements

Projektstudie

Die Auseinandersetzungen um Arbeitsplatzerhalt, Arbeitszeit und betriebliche Kompromisse nehmen in Deutschland zu. Damit wachsen auch der betriebliche Handlungs- und Regelungsumfang der Betriebs- und Personalräte und ihre Verantwortung für die Belange der Beschäftigten. Eine gute Qualität dieser Betriebs- und Personalratsarbeit, verbunden mit entsprechenden Kontrollfunktionen, erhält daher zunehmende Bedeutung sowohl für die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten als auch für die gewerkschaftliche Präsenz in den Betrieben.

Die Projektstudie „Qualitätsmanagement für Betriebs- und Personalräte“ ging daher folgenden Fragen nach:

  • Können die Instrumente des Qualitätsmanagements praxisgerecht dafür eingesetzt werden, die Qualität der Betriebs- und Personalratsarbeit zu verbessern?
  • Welche (Qualitäts-) Standards sind dabei einzuhalten?
  • Wie sind sie zu erreichen?
  • Wie kann ihre Erfüllung gemessen werden?


Das Projekt lief in der Zeit von Februar bis Juni 2005 in Kooperation mit dem ver.di-Landesbezirk Berlin-Brandenburg und wurde von der Hans-Böckler-Stiftung gefördert.

Zwei Gremien (ein Betriebs- und ein Personalrat) haben sich daran beteiligt, den strategischen Nutzen dieses Vorgehens aus Sicht der Mitglieder zu prüfen.

Im Rahmen einer Bestandsaufnahme konnte festgestellt werden:

  • Beide Gremien verfügten bereits über Strukturen und Unterlagen, die den Weg zum Qualitätsmanagement eröffneten, z.B. interne Aufgabenverteilung, Dokumentation wichtiger organisatorischer Regelungen oder gelegentliche Überprüfung der Zielerreichung. Eine konsequente Strategie zur Qualitätssteigerung war jedoch nicht vorhanden.
  • In beiden Gremien konnte eine recht ähnliche Prozesslandschaft festgestellt werden, die in Verbindung mit dem erforderlichen Ressourcenmanagement das Gerüst für ein konsequentes Qualitätsmanagement liefert.


Als zentrale Felder für die Qualitätssteigerung wurden erkannt:

  • die Sitzungsorganisation, d.h. Planung und Vorbereitung eigener Sitzungen des Gremiums,
  • die Öffentlichkeitsarbeit mit Schwerpunkt auf den eigenen Auftritt im Intranet sowie
  • die Qualitätssicherung durch Selbst- und Fremdeinschätzung


Diese Schwerpunkt-Prozesse wurden u.a. in einer Befragung der Mitglieder eines Gremiums zu Qualität und Defiziten einzelner Leistungsbereiche ermittelt.
Für diese Prozesse wurden Teilziele (z.B. die Erhöhung der Anwesenheit bei Sitzungen), Regeln zu ihrer Umsetzung und – teilweise – Qualitätskriterien und Messverfahren entwickelt, die dann auch in die praktische Gremienarbeit überführt wurden.

Im Ergebnis hat sich bestätigt: Die Instrumente des Qualitätsmanagements können erfolgreich für die Qualitätssteigerung der Betriebs- und Personalratsarbeit eingesetzt werden, wenn dabei strikt die Ziele und Aufgaben der Interessenvertretungen in den Mittelpunkt gestellt werden. Dafür spricht auch die Zertifizierung der Qualitätsmanagement-Systeme einiger Betriebsräte in Österreich nach ISO 9001 (z.B. bei SAPPI Gratkorn), deren Ergebnisse in das Projekt einflossen.
Die am Projekt beteiligten Gremien konstatierten einen spürbaren Nutzen der neuen Orientierung und Regeln. Die Orientierung an detaillierten Zielen und Qualitätskriterien wurde als Hilfe zur besseren internen Information und Kommunikation und damit auch zur besseren Aufgabenerfüllung gegenüber den Kolleginnen und Kollegen im Betrieb wahrgenommen.
Sie werden auch weiterhin an der Qualitätssteigerung arbeiten. Weitere Bausteine für eine konsequente Qualitätsstrategie sollen noch erarbeitet werden.

Ausführlichere Informationen gibt es im Projektbericht als gedrucktes Arbeitspapier 113 der Hans-Böckler-Stiftung (HBS) oder rechts zum Download sowie in einem Artikel der Zeitschrift NETwork der HBS oder bei Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Tel.: 030 - 236 256 78

Die Ergebnisse des Projektes fließen auch in unser Seminar zur Qualitätssteigerung der Betriebs- und Personalratsarbeit ein.

Weiterer Hinweis: Beteiligungsstrategie-Karte des ver.di Fachbereichs Gemeinden